Wanderritt 2010 Woche 1

Unterwegs nach Scharans. Vielen Dank den lieben Helfern Evi, Sändy, Felix und Pferdeflüsterer Hans.

Nach sintflutartigem Regen in der letzten Nacht, wurden wir in Scharans mit blauem Himmel und Sonnenschein begrüsst, genauso freundlich hat uns unser Gastgeber empfangen.
Wir haben es gut getroffen mit unserer ersten Unterkunft, die Pferde fühlen sich sichtlich wohl.

1. Tag Scharans - Zillis

Die Überraschung am Morgen; Schnee in der Höhe! Wir planen unsere Route neu und werden von unseren Gastgebern sehr gut beraten, den Weg durch die Viamala Schlucht zu wählen.

Nach ein paar kleinen Umwegen, eine Holzbrücke auf die Dakota auf keinen Fall wollte und einem Tor welches nicht für ein Pferd mit Packtaschen gedacht ist, erreichten wir Thusis. Dort wählten wir den Einstieg in die Viamala Schlucht über die alte, kaum befahrene Hauptstrasse.
Am Kiosk in der Viamala Schlucht sind unsere Pferde eine weitere Touristenatraktion

In Zillis angekommen sind alle hundemüde
2. Tag Zillis - Sufers
Noch bevor unser Wecker um 6 Uhr klingelt, werden wir vom schmerzhaften Jaulen von Bhubezi geweckt. Wir haben zusammen mit den Hunden im Heustock geschlafen. Bhubezi hat Muskelkater weint und läuft sehr steifbeinig, Teddy hat wie könnte es anderst sein; Hunger.

Heute haben wir einen grossen Aufstieg vor uns, von Zillis hoch Dona vorbei, weiter hoch durch den Maiensäss Magun. In Promischur haben wir dann fast die Höhe erreicht und 1150 Höhenmeter gemacht. Nun ziehen wir gemütlich über die schöne Alp und steigen auf der anderen Seite wieder hinab nach Sufers.

Wasser gibt es reichlich, die Bergbäche sprudeln nur so und überall drückt Wasser aus dem Boden, sogar die Munggenhölen sind geflutet, dem Pfeifen nach, scheint ihnen jedoch die Evakuierung gelungen zu sein.



In Sufers beziehen die Pferde einen grossen Kuhlaufstall, die eigentlichen Bewohnerinen verbringen grad ihre Ferien auf der Alp.
3. Tag Sufers - Hinterrhein
Heute sind wir beim Frühstück zu lange sitzen geblieben und haben mit unseren Gastgebern geplaudert, so wird die heutige Etappe etwas kürzer als geplant.

In Hinterrhein finden wir wieder eine Übernachtung im Stroh, für die Pferde zäunen wir ein Stück Weide ein, wo sie noch ausgelassen herumtoben. Wir stellen dann fest, dass sie von Mücken geplagt werden, etwas Insektenspray und die Plaggeister sind weg. Grosse Freude haben wir an den Ziegen die Abends und Morgens durchs Dorf ziehen.


4.Tag Hinterrhein - San Bernadino - Pian San Giacamo
Bei strahlend blauem Himmel Reiten wir auf den San Bernardino. Dort angekommen ziehen unsere Pferde die Touristen geradezu an. Dakota der mit Hufschuhen läuft wird besonders bestaunt.


Nach einem schier endlosen Abstieg, haben wir Glück und ein Bauer lässt uns in Pian San Giacamo eine grosse Weide zur Verfügung. Dort steht auch ein Brunnen mit frischem Wasser und ganz in der Nähe können wir kühles Bier kaufen. Wir schlafen diese Nacht im Zelt.

Teddy hat überbeanspruchte Pfoten, und wir Bestellen Express Pfotenschuhe, welche wir hoffentlich in Lostallo erhalten werden.
5.Tag San Pian Giacamo - Lostallo
Früh Morgens bei schönem Wetter packen wir unsere Sachen zusammen und ziehen los Richtung Lostallo. Die Reise führt uns durch malerische Dörfchen. Mit etwas Mühe finden wir bei Mesocco den Einstieg auf ein alte Bahnstrecke welche als Wanderweg umfunktioniert wurde. Die Passage ist fantastisch! Die Pferde gehen mittlerweile ohne zu Zögern über schmale Holzbrücken. Wir sind so begeistert über alles, dass wir bei Buffalora den Abzweiger verpassen, so dass wir einen zusätzlichen Weg von 4 Km machen müssen, dabei ist es so heiss und auch Teddy mit seinen wunden Pfoten wäre um den Feierabend dankbar. Müde und abgekämpft kommen wir an unserem Tagesziel eine Stunde später als geplant an. werden aber so herzlich mit einem kühlen Bier empfangen, dass die Strapazen schnell vergessen sind.


Die Unterkunft ist so genial, dass wir spontan beschliessen, einen Tag Pause einzulegen, Teddys Pfötchen zu kurieren und unsere Wäsche zu waschen.
6.Tag Pausentag in Lostallo 30 Grad im Schatten


An unserem Pausentag bringen wir unsere Ausrüstung wieder in Ordnung. Sattelgurte und Kleider werden von Hand gewaschen. Teddy seine Pfötchen gepflegt und Probegelaufen mit den neuen Pfotenschuhen, mit welchen Teddy wie eine Ballerina daherkommt. Wir werden von unserem gastgeber verwöhnt; mit Gifpeli zum Zmorge und Wein zum Abendessen. Die Pferde schlagen sich auf der saftigen Weide die Bäuche voll, wir haben bereits Zweifel, ob sie wohl überhaupt noch mit uns weiter wollen. Doch auch uns fällt der Abschied schwer, diese Gastfreundschaft hat unse sehr beeindruckt! Vielen herzlichen Dank Romano!!
7. Tag Lostallo - San Vittore
Um möglichst weit geritten zu sein, bevor die Sonne kommt, stehen wir um 5 Uhr früh auf. Es braucht doch einige Zeit bis wir alles verpackt, Frühstück gegessen und die Pferde gesattelt haben. So kommen wir recht gut vorwärts, doch sobald die Sonne das Tal erreicht hat, wird es fast unerträglich heiss. Wir machen an einem schattigen Platz Siesta über die heisse Mittagszeit. Stellen den mobilen Zaun auf und satteln die Pferde ab, während die zufrieden wälzen und fressen, halten wir und die Hunde ein Mittagsschläfchen.
Um 15 Uhr sind wir wieder startklar und ziehen weiter um eine Unterkunft für die nächste Nacht zu finden. Beim ersten Hof hat der Bauer die Idee unsere Pferde doch zu seiner Stute und dem Esel auf die Weide zu lassen, das wollen wir nicht und ziehen weiter. Da sehen wir durch ein Tor, ein schmuckes Anwesen, mutig öffnet Chris das Tor und geht zum Haus. Ich bin froh draussen mit den Pferden warten zu können und beobachte, ob Chris nicht auf halbem Weg zum Haus von einem Rottweiler empfangen wird. Aber alles geht gut, wir werden freundlich aufgenommen und die Pferde dürfen fast auf dem ganzen Anwesen weiden. Da es so heiss ist und eine sternenklare Nacht, schlafen wir unter freiem Himmel.


