Umstellung vom beschlagenen Huf auf Barhuf

Der Entschluss ein  beschlagenes Pferd auf Barhuf umzustellen, sollte nie aus Kostenspargründen entstehen! Sondern aus dem Interesse heraus optimale Grundlagen zu Gesunderhaltung seines Pferdes zu schaffen.
Langfristig spart man sicher auch Geld, wenn das Pferd gesund ist und den Tierarzt nur selten zu Gesicht bekommt.


Bei einem Pferd, mit guter Hufform, was leider meist nur bei Pferden vorkommt, welche kurzzeitig z.B. nur über den Sommer beschlagen sind . Hat man in der Regel keine Probleme nach der Eisenabnahme. Einzig mit dem Hufabrieb, im ersten Jahr, denn das Hufhorn das während dem Tragen der Eisen produziert wurde, ist minderwertig und hält möglicherweise der Beanspruchung nicht stand.

Es empfiehlt sich in dieser Zeit das Pferd bei Fühligkeit mit Hufschuhen zu reiten.

Bei veränderter Hufform, kann es problematisch werden. Denn die veränderte Hufform drückt wie ein schmerzender Schuh, mit dem Eisen oft unbemerkt, da mangels Durchblutung die Hufe taub sind. So nimmt die Pferdegesundheit oft unbemerkt Schaden.

Oft werden bei der Barhufumstellung Probleme hervor kommen, welche ihre Ursache im Hufbeschlag haben.

So muss bei der Eisenabnahme die Hufform korrigiert werden, langsam und mit Sachverstand. Immer nach dem Motto weniger ist mehr! Das Pferd soll nach der Eisenabnahme keinesfalls mit Schmerzen laufen, optimal wäre sofort eine deutliche Verbesserung zu sehen.

Leider gibt es immer noch viele Hufbearbeiter welche eine radikale Hufkorrektur ausüben, die grossen Schmerzen welche die Pferde danach beim Laufen haben werden als normal betrachtet.

Sicher ist, dass es für das Pferd eine deutlich andere Wahrnehmung seiner Hufe ist, jeder von uns kann sich das etwa so vorstellen, wie wenn einem beim Sitzen auf dem Boden, ein Fuss eingeschlafen ist (weil die Blutzufuhr abgedrückt wurde) oder man draussen bei grosser Kälte  eisige Hände und Füsse bekommen hat, und dann nachdem die Durchblutung wieder in Gang kommt , es sich schmerzhaft anfühlt wie „nageln“ .

Nun muss das Pferd  seinen Tastsinn neu entdecken, der ist beim beschlagenen Huf  durch die mangelhafte Durchblutung, sehr eingeschränkt. Beschlagene Pferde neigen dazu nicht mehr genau auf den Boden zu achten, weil sie ihn nur wenig fühlen. Bei der Barhufumstellung ist  darum immer so etwas wie Fühligkeit zu beobachten, durch den wiedererlangten Tastsinn geht das Pferd vorsichtig, schaut genauer auf den Boden und weicht steinigen Stellen aus. Das ist absolut normal, Pferde sind bequem, sie wählen immer den komfortabelsten Weg. Selbst unsere Pferde welche ohne mit der Wimper zu zucken Barfuss über Schotter galoppieren, würden wenn man sie lässt, immer den Wegrändern nach laufen wo es weniger Steine hat mehr Laub oder einen Grasrand, ganz einfach weil es bequemer ist !

Auch das Dehnen der Hufe, welche nach Abnahme der Eisen meist grösser werden, kann mit Unbehagen für das Pferd verbunden sein. Da dies ein langsamer Prozess ist, solltees keine Schmerzen verursachen. .
Die meisten Pferde, die längere Zeit beschlagen waren, leiden an einer geschwächten Hufbeinaufhängung. Die Wände sind meist dünn, die Hornqualität schlecht.
Diese Probleme müssen langsam und mit Sachverstand korrigiert werden. Aufgrund der Einschränkungen kann vom 'Durchschnittpferd' nach einer Barhufumstellung nicht sofort volle Leistung erwartet werden!

Etwas aufwändiger ist die ganze Sache bei einem Problemfall, der liegt vor bei Krankheiten des Hufes oder stark geschädigten Hufen. z.B. Rehepferde, perforierte Hufe, an denen kein Eisen mehr halten wollte, extreme Zwanghufe oder ähnliches. Hier müssen reiterliche Interessen erstmal komplett hinten anstehen. Je  nach Hufsituation muss dem Pferd ein Boden zur Verfügung gestellt werden, auf dem es weitgehend problemlos laufen kann. Dies kann eine Weide sein, im Extremfall jedoch auch ein Paddock mit Gummiboden. Wichtig ist eine freie Bewegung in einer (ruhigen) Herde, Boxen'haft' ist bei Hufproblemen völlig kontraproduktiv. Die Hufbearbeitung muss hier sehr gekonnt vorgenommen werden.
Hat sich die Situation so verbessert, dass das Pferd problemlos auf weichem Boden ohne Hilfsmittel läuft und sind die gröbsten Probleme herausgewachsen, dann kann man an leichtes Reiten, zunächst natürlich mit Hufschuhen, denken.

In allen Fällen soll sich das Pferd während der gesamten Umstellung wohl fühlen, bzw. in Problemfällen zumindest nicht schlechter als vorher. Reiten darf man nur ein Pferd, was freudig und ohne Schmerzen in den Hufen läuft.
Es ist nicht Sinn und Zweck einer Barhufumstellung, ein Pferd über Boden zu 'quälen', für den seine Hufe noch nicht bereit sind. Solches Vorgehen schadet dem Pferd und ausserdem ganz massiv dem Ruf des Barhuflaufens...

Auch Hufgeschwüre sind etwas, was durchaus, gerade bei Problemhufen, vorkommen kann.

Ein Barhufumstellung ist eine Investition in Zukunft und Gesundheit des Pferdes. Sie verlangt temporäre Schonung des Pferdes und Rücksicht des Reiters. Abgeschlossen ist eine Umstellung erst, wenn der Huf komplett durchgewachsen ist und die Hufform vollständig korrigiert (mind. ein Jahr, bei Korrekturhufen ein bis zwei Jahre).

Optimale Intervalle für Hufpflege sind  alle 6 – max. 8 Wochen !